
M u s i k a l i s c h e r W e r d e g a n g
Der österreichische Dirigent und Komponist wurde 1995 in Wien geboren und stammt aus einer Antananariver Musikerdynastie. Er entdeckte bereits sehr früh die Musik für sich, als er mit dreizehn Monaten begann, wohlklingende Melodien auf dem Keyboard zu spielen.
Seine musikalische Ausbildung absolvierte er in Klavier bei Silvia Pereyra de Geberovich an der Musikschule Wien Simmering, in Gesang bei Christine Wagner, sowie im Wiener Musikgymnasium. Sein Studium absolvierte er in Dirigieren bei Prof. Konrad Leitner an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
Bereits mit 15 Jahren trat er das erste Mal als Dirigent in Erscheinung bei der Uraufführung einer seiner ersten Kompositionen für Orchester „Orchesterstück Op. 10 Nr. 1“ im Konzertsaal der Musikschule Simmering, gespielt von Schüler:innen der Musikschule Simmering und des Musikgymnasiums Wien.
Er ist mehrfacher nationaler und internationaler Preisträger: „Internationaler Wettbewerb für Klavier zu sechs und acht Händen“ der Bayrischen Musikakademie (Deutschland), achtfacher Preisträger des Jugendmusikwettbewerbs „prima la musica“ (Österreich) sowie Espoir-Prize-Gewinner der „18. Osaka International Music Competition" (Japan). Darüber hinaus ist er Preisträger des „Heinz-Arnold-Gedächtnisstipendiums“ als Pianist und Korrepetitor beim 5. Internationalen Nachwuchswettbewerb um den Richard-Wagner-Preis der Richard-Wagner-Stiftung Leipzig sowie Stipendiat der Bayreuther Festspiele.
Zu seinen bisherigen Veröffentlichungen zählen zwei Solo-Alben sowie eine wissenschaftliche Publikation über den zeitgenössischen österreichischen Komponisten Josef Nejez.
Als Komponist reicht die Breite seines bisherigen Schaffens von Klavierwerken über Transkriptionen bis hin zu sinfonischer Musik; es umfasst derzeit rund 100 Werke. Er ist Mitglied der Austrian Composers Association (Österreichischer Komponistenbund). Seine bislang populärste Klavierkomposition, „Die Fledermaus-Fantasie“, wurde zuletzt in London (vorher in Bratislava, Leipzig, Wien und Osaka) mit großem Erfolg aufgeführt.
„Den zweiten Teil des Konzerts eröffnete Andri Joël Harison am Klavier mit der Polonaise in As-Dur op. 53 von Chopin. Bei diesem Stück wird man einfach mitgerissen und die strahlende Persönlichkeit des jungen Musikers verstärkte darüber hinaus dieses Glücksgefühl der Leichtigkeit des Seins. Der Pianist erstaunte aber noch mit einer weiteren Begabung: Seine Eigenkomposition „Fledermaus-Fantasie“ – höchst virtuos und raffiniert über die Melodien von Johann Strauß‘ Oper geschrieben – war ein großer Genuss für die anwesenden Gäste.“
Wolfgang Graff, Österreichisch-Japanische Gesellschaft
Am 15. Juli 2019 wurde sein Auftragswerk für die Tiroler Festspiele Erl „Schlaflied“ - eine Liedvertonung nach Paul Celan für Tenor Solo und Orchester - im Festspielhaus Erl uraufgeführt.
„Ein absolutes Highlight war jedenfalls die Uraufführung des Abends: Andri Joël Harison komponierte ein „Schlaflied“ nach Paul Celan, elegisch und sanft an Orchesterlieder von Richard Strauss gemahnend. Erich Polz am Pult beschwört mit dem elfköpfigen Ensemble großes Kino, der Tenor von Lorin Wey riss das Publikum zu hörbaren Begeisterungsbekundungen hin.“
Online Merker
Während seiner Studienzeit leitete Andri Joël Harison das Pro Arte Orchester Wien (Studentenorchester) sowie Chor und Orchester der Wiener Tonkunstvereinigung. Zu seinem Dirigierdiplomkonzert im Oktober 2020 stand er erstmals am Pult des Radio-Symphonieorchesters Wien.
Von 2020 bis 2022 war er als Pianist und Korrepetitor Mitglied des neugegründeten Opernstudios der Wiener Staatsoper. Im Rahmen dieser Tätigkeit betreute er unter anderem die Neuproduktionen „Entführung ins Zauberreich“ und „Der Barbier für Kinder“ (eine Adaption von Rossinis „Barbier von Sevilla“), und begleitete Meisterkurse von KS Brigitte Fassbaender, KS Adrianne Pieczonka, KS Linda Watson, KS Daniela Fally, KS Camilla Nylund, KS Adrian Eröd, KS Michael Schade, KS Bo Skovhus, Lisette Oropesa, Louise Alder, Rachel Willis-Sørensen, Michael Kraus, Andrea Giovannini, Julius Drake, Helmut Deutsch und Bertrand de Billy. Darüber hinaus bereitete er die Mitglieder des Opernstudios eigenständig auf ihre Aufgaben auf der Bühne der Staatsoper vor.
„Das Opernstudio der Wiener Staatsoper bietet mir als Pianisten und Korrepetitor die außergewöhnliche Möglichkeit, einerseits mit hervorragenden jungen Sängerinnen und Sängern meiner Generation zu arbeiten und sie bei ihren künstlerischen Entwicklungen begleiten zu dürfen, andererseits das Kernrepertoire eines der traditionsreichsten Opernhäuser der Welt von Grund auf kennenzulernen. Beide Tätigkeiten dienen als Vorbereitung auf meine künftige Laufbahn als Operndirigent.“
Andri Joël Harison
Am 5. März 2022 wurden die ersten drei Lieder seines jüngsten Liederzyklus für Sopran und Orchester „Die Weisen einer Liebenden“ (nach eigenen Gedichten) in der Fassung für Sopran und Klavier im Gustav Mahler-Saal der Wiener Staatsoper, unter seiner Leitung am Klavier, gesungen von Anna Nekhames, im Rahmen eines Opernstudiokonzerts, uraufgeführt.
„Die Uraufführung der ersten drei Lieder des Liederzyklus „Die Weisen einer Liebenden“ nach eigenen Gedichten für Sopran und Klavier war für den Komponisten ein außerordentlicher Erfolg und ebenso eine außergewöhnliche Bereicherung für das Opernstudio des Hauses. [...] Vom Komponisten am Klavier wurde äußerst feinfühlig musiziert bis ins leiseste Pianissimo. Es kommt einem vor, als hätte er ein Orchester in seinen Fingern. Auch der Klangteppich, der die Sängerin durch die Stücke trug, war von einer selten gehörten Transparenz geprägt. [...] Insgesamt war diese Uraufführung ein bemerkenswerter, musikalischer Hochgenuss, der dem Publikum lange Zeit in Erinnerung bleiben wird.“
Online-Merker
In den Spielzeiten 2022/23 bis 2024/25 war er am Staatstheater Mainz als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung, Ensemblecoach und musikalischer Supervisor tätig. Als Musikalischer Supervisor und Ensemblecoach betreute er über 130 Solopartien. Als musikalischer Assistent bereicherte er die Produktionen von Samuel Hogarth (Sweeney Todd, Piraten von Penzance, Die schöne Helena, 4.48 Psychose, La Cenerentola), Paul-Johannes Kirschner (The Fall of the House of Usher), Felice Venanzoni (L‘Angelica) und Daniel Montané (Le Villi, Pagliacci, Carmen, Rosenkavalier). Im Zuge der Einstudierung der Rosenkavalier-Produktion war er zusätzlich auch als Dialektcoach für Wienerisch im Einsatz, bei den Aufführungen von 4.48 Psychose als Co-Dirigent.
Seit der Spielzeit 2025/26 ist Andri Joël Harison am Staatstheater Mainz als Kapellmeister engagiert und leitete die Kinderkonzertreihen „Peter und der Wolf“, „Der Mistkäfer“ sowie die Wiederaufnahme der Science-Fiction-Oper „Humanoid“ und Vorstellungen von „Der Kaiser von Atlantis“.
In der Spielzeit 2026/27 wird er die Leitung der Neuproduktion „In der Strafkolonie“ (Philip Glass), die Wiederaufnahme von „Die Dreigroschenoper“ und Vorstellungen von „Die Piraten von Penzance“, „Titanic“, „Die Zauberflöte“ u.a. übernehmen.
Das Simmeringer Wunderkind "Andri Joël Harison"
In einer Dokumentation des österreichischen Fernsehsenders ORF wurde er im Alter von 15 Jahren als „Musikalisches Wunderkind Österreichs“ vorgestellt. Von weiteren Medien kam im Anschluss, zusätzlich zum Wunderkind, die Bezeichnung „Simmeringer“ dazu – zum einen, da er damals in der Simmeringer Musikschule ausgebildet und gefördert wurde und mit seinen internationalen Erfolgen bei Wettbewerben maßgeblich zu deren guten Ruf beigetragen hat; zum anderen, da der Elfte Wiener Gemeindebezirk „Simmering“, in dem er aufgewachsen ist, sein Heimatbezirk ist.
In weiterer Folge avancierte er durch seine große Liebe zur Wiener Musik – Wiener Lieder, Walzer und Operetten von der Johann Strauss-Dynastie, Robert Stolz und Franz Lehár, Emmerich Kálmán – die er bei seinen Klavier-Recitals auf improvisatorische Art und Weise zum Besten gibt, zum „Musikbotschafter Wiens“.
Die französischen Medien in Madagaskar bezeichnen ihn als den „Mozart Madagaskars“ („Le Mozart Malgache“).